Bewegungsapparat · Hand, Ellenbogen, Fuß
Hand, Ellenbogen und Fuß
Den Bruch finden, den das Röntgenbild verschweigt.
An den kleinen Gelenken entscheidet sich oft erst im zweiten Schritt, ob etwas gebrochen ist. Diese Seite zeigt an einem eigenen Fall, wie ein Bruch sichtbar wird, den das gewöhnliche Bild nicht verrät.
Der Anlass
Womit Sie kommen
Sie sind auf die Hand gefallen, der Fuß ist umgeknickt, der Ellenbogen hat einen Schlag abbekommen. Das Röntgenbild war unauffällig – aber die Stelle schmerzt weiter auf Druck, und niemand ist wirklich beruhigt.
- Sturz auf die Hand, danach Druckschmerz in der Handwurzel
- Umgeknickter Fuß, der nach Tagen noch nicht belastbar ist
- Ellenbogenschmerz nach Sturz, Röntgenbild ohne klaren Befund
- Schwellung ohne erkennbaren Bruch im ersten Bild
- Verdacht auf einen Fremdkörper nach Schnitt- oder Stichverletzung
Der Weg
Was bei uns passiert – und in welcher Reihenfolge.
Röntgen bleibt der Anfang
Nach einem Trauma ist die Röntgenaufnahme der erste und richtige Schritt: schnell, aussagekräftig für die meisten Brüche, in zwei Ebenen aufgenommen.
Bleibt der Verdacht, geht es weiter
Ein unauffälliges Röntgenbild schließt einen Bruch nicht aus – bei anhaltendem klinischem Verdacht ist die Frage damit nicht beantwortet, sondern offen. Dann folgt die Schnittbilddiagnostik.
CT mit Spektralbildgebung
In der Spektralbetriebsart misst unser CT jede Schicht mit zwei Röntgenenergien. Rechnet man aus diesem Datensatz das Kalzium heraus, wird das Knochenmarködem sichtbar – das Zeichen, an dem ein frischer Bruch auch dann zu erkennen ist, wenn der Spalt selbst kaum zu sehen ist. Ohne zweiten Scan und ohne zusätzliche Dosis.
MRT, wo die Weichteile die Frage sind
Die MRT zeigt Bänder, Sehnen und das Knochenmark ohne jede Strahlung. Und sie beantwortet die Frage nach einem Fremdkörper aus Holz oder Glas, den das Röntgenbild nicht zeigt – ebenso wie die CT.
Was wir sehen
Ein Fall aus unserer Praxis: der Bruch, den das Knochenfenster nicht zeigt
Ellenbogentrauma, Druckschmerz über dem Radiusköpfchen, im gewöhnlichen CT-Bild kaum etwas zu sehen. Erst die spektrale Rekonstruktion derselben Untersuchung macht das Knochenmarködem sichtbar – und damit die Einstauchungsfraktur. Ziehen Sie den Regler.


Solche Bilder zeigen wir, weil sie die Frage beantworten, die im Wartezimmer wirklich gestellt wird: Sieht man das denn überhaupt? Hier lautet die Antwort im gewöhnlichen Bild Nein – und erst die zweite Auswertung derselben Daten macht den Bruch sichtbar.
Welches Verfahren zeigt was?
Nicht jedes Gerät sieht jede Struktur. Diese Übersicht sagt, warum wir für Ihre Frage genau ein bestimmtes Verfahren vorschlagen – und wo es an seine Grenze kommt.
| Struktur | Röntgen | CT | CT spektral | MRT |
|---|---|---|---|---|
| Knochenbruch mit sichtbarem SpaltDer klassische Bruch ist eine Domäne von Röntgen und CT. | zeigt es gut | zeigt es gut | zeigt es gut | zeigt es eingeschränkt |
| Bruch ohne sichtbaren Spalt (Knochenmarködem)Das gewöhnliche CT-Bild zeigt kein Knochenmarködem. Erst die Kalzium-Subtraktion aus dem Spektraldatensatz macht es sichtbar – bei okkulten Kahnbeinfrakturen mit einer Sensitivität von 93 % gegenüber der MRT. | zeigt es nicht | zeigt es nicht | zeigt es gut | zeigt es gut |
| Bänder und SehnenBänder am Sprunggelenk und die Strecksehnen der Finger beurteilen wir in der MRT. | zeigt es nicht | zeigt es nicht | zeigt es nicht | zeigt es gut |
| Gelenkstellung und AchseFür Fehlstellungen nach einem Bruch zählt die Aufnahme unter Belastung. | zeigt es gut | zeigt es gut | zeigt es gut | zeigt es eingeschränkt |
| Gichtkristalle (Harnsäure)Harnsäure hat im Spektraldatensatz eine eigene Signatur – Gichtablagerungen lassen sich damit farbig darstellen, ohne das Gelenk zu punktieren. | zeigt es nicht | zeigt es nicht | zeigt es gut | zeigt es eingeschränkt |
| Fremdkörper (Holz, Glas, Metall)Holz und Glas bleiben im Röntgenbild oft unsichtbar – die CT findet sie zuverlässig. | zeigt es eingeschränkt | zeigt es gut | zeigt es gut | zeigt es eingeschränkt |
CT spektral ist kein zweites Gerät und kein zweiter Termin: Unser CT misst in der Spektralbetriebsart jede Schicht mit zwei Röntgenenergien, aus demselben Datensatz lassen sich Materialien getrennt darstellen. Wie das funktioniert
- zeigt es gut
- zeigt es eingeschränkt
- zeigt es nicht
Was das Bild nicht beantwortet
Was ein unauffälliges Röntgenbild wert ist
Es schließt einen Bruch nicht aus. Bei klinischem Verdacht auf einen Kahnbeinbruch zeigte sich in einer Übersichtsarbeit rund jede fünfte Fraktur (21,8 %) erst in der weiterführenden Bildgebung – im ersten Röntgenbild war sie nicht zu sehen. Deshalb gilt hier der umgekehrte Schluss: Bleibt der Druckschmerz, bleibt die Frage offen, egal wie unauffällig das erste Bild aussah.
Was wir zusätzlich können
Kalzium-Subtraktion – zwei Antworten aus einer Untersuchung
Die Spektralbildgebung ist keine zusätzliche Untersuchung, sondern eine zweite Auswertung derselben Daten. Für Sie heißt das: kein weiterer Termin, keine zusätzliche Strahlendosis – und bei unklaren Brüchen eine Antwort, für die sonst ein MRT nötig gewesen wäre.
So läuft Ihre Untersuchung ab
- 1
Was Sie mitbringen
Die auswärtigen Röntgenaufnahmen, wenn vorhanden – der Vergleich spart oft eine Wiederholung. Sonst brauchen Sie nichts vorzubereiten.
- 2
Die Untersuchung
Eine CT der Hand oder des Ellenbogens dauert nur Sekunden; die meiste Zeit geht für die Lagerung drauf. Beim MRT liegt die betroffene Extremität in einer eigenen Spule, rund 20 Minuten.
- 3
Befund noch am selben Tag
Gerade bei Frakturfragen ist Tempo entscheidend: Wir befunden zeitnah und melden uns bei dringenden Befunden direkt bei der überweisenden Praxis.
Vor Ihrem MRT-Termin
Das werden wir am häufigsten gefragt
Ich habe ein Implantat – darf ich trotzdem ins MRT?
Oft ja, aber wir müssen es vorher wissen. Sagen Sie uns bei der Terminvergabe Bescheid, wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen Defibrillator, ein Cochlea-Implantat, künstliche Herzklappen oder metallische Splitter tragen. Vieles davon ist heute MRT-tauglich – geklärt wird es vor dem Termin, nicht am Gerät.
Was muss ich vor der Untersuchung ablegen?
Schmuck, Uhren, Hörgeräte sowie EC- und Kreditkarten bleiben draußen – das Magnetfeld löscht Karten und zieht Metall an. Am bequemsten kommen Sie in Kleidung ohne Metallverschlüsse, Knöpfe oder Reißverschlüsse im untersuchten Bereich; dann müssen Sie sich meist gar nicht umziehen.
Ich habe Angst in engen Räumen. Was tun?
Sagen Sie es uns bei der Terminvergabe und nicht erst im Untersuchungsraum. Dann haben wir Zeit, gemeinsam die Möglichkeiten durchzugehen – von der Lagerung über die Begleitung bis zu einer medikamentösen Lösung. Am Untersuchungstag ist dieser Spielraum deutlich kleiner.
Frage bleibt offen? Online an uns schreiben oder anrufen: 0931 41799-0
Häufige Fragen
Mein Röntgenbild war unauffällig – warum soll ich noch eine Untersuchung machen?
Ist die Spektral-CT eine zusätzliche Strahlenbelastung?
Kann ich mit Gips ins MRT oder CT?
Wie schnell bekomme ich nach einem Unfall einen Termin?
Termin für eine Untersuchung – Hand, Ellenbogen und Fuß
Online buchen, per Rückruf-Anfrage oder telefonisch – Sie wählen den Weg.