Bewegungsapparat · Hand, Ellenbogen, Fuß

Hand, Ellenbogen und Fuß

Den Bruch finden, den das Röntgenbild verschweigt.

An den kleinen Gelenken entscheidet sich oft erst im zweiten Schritt, ob etwas gebrochen ist. Diese Seite zeigt an einem eigenen Fall, wie ein Bruch sichtbar wird, den das gewöhnliche Bild nicht verrät.

Der Anlass

Womit Sie kommen

Sie sind auf die Hand gefallen, der Fuß ist umgeknickt, der Ellenbogen hat einen Schlag abbekommen. Das Röntgenbild war unauffällig – aber die Stelle schmerzt weiter auf Druck, und niemand ist wirklich beruhigt.

  • Sturz auf die Hand, danach Druckschmerz in der Handwurzel
  • Umgeknickter Fuß, der nach Tagen noch nicht belastbar ist
  • Ellenbogenschmerz nach Sturz, Röntgenbild ohne klaren Befund
  • Schwellung ohne erkennbaren Bruch im ersten Bild
  • Verdacht auf einen Fremdkörper nach Schnitt- oder Stichverletzung

Der Weg

Was bei uns passiert – und in welcher Reihenfolge.

  1. Röntgen bleibt der Anfang

    Nach einem Trauma ist die Röntgenaufnahme der erste und richtige Schritt: schnell, aussagekräftig für die meisten Brüche, in zwei Ebenen aufgenommen.

  2. Bleibt der Verdacht, geht es weiter

    Ein unauffälliges Röntgenbild schließt einen Bruch nicht aus – bei anhaltendem klinischem Verdacht ist die Frage damit nicht beantwortet, sondern offen. Dann folgt die Schnittbilddiagnostik.

  3. CT mit Spektralbildgebung

    In der Spektralbetriebsart misst unser CT jede Schicht mit zwei Röntgenenergien. Rechnet man aus diesem Datensatz das Kalzium heraus, wird das Knochenmarködem sichtbar – das Zeichen, an dem ein frischer Bruch auch dann zu erkennen ist, wenn der Spalt selbst kaum zu sehen ist. Ohne zweiten Scan und ohne zusätzliche Dosis.

  4. MRT, wo die Weichteile die Frage sind

    Die MRT zeigt Bänder, Sehnen und das Knochenmark ohne jede Strahlung. Und sie beantwortet die Frage nach einem Fremdkörper aus Holz oder Glas, den das Röntgenbild nicht zeigt – ebenso wie die CT.

Was wir sehen

Ein Fall aus unserer Praxis: der Bruch, den das Knochenfenster nicht zeigt

Ellenbogentrauma, Druckschmerz über dem Radiusköpfchen, im gewöhnlichen CT-Bild kaum etwas zu sehen. Erst die spektrale Rekonstruktion derselben Untersuchung macht das Knochenmarködem sichtbar – und damit die Einstauchungsfraktur. Ziehen Sie den Regler.

Dieselbe Schicht als spektrale Rekonstruktion mit herausgerechnetem Kalzium: Das Radiusköpfchen leuchtet grün – ein ausgedehntes Knochenmarködem als Zeichen der frischen Einstauchungsfraktur.
Sagittale CT-Rekonstruktion des Ellenbogens im Knochenfenster: Radiusköpfchen und angrenzendes Oberarmköpfchen wirken auf den ersten Blick unauffällig, die Einstauchung ist kaum abgrenzbar.
KonventionellSpektral
Ellenbogen, sagittale Rekonstruktion aus derselben Untersuchung. Links das konventionelle Knochenfenster, rechts die kalzium-subtrahierte Spektralrekonstruktion; grün steht für ein hohes Ödemsignal im Knochenmark. Eigener Fall aus unserer Praxis. Ziehen Sie den Regler – oder bewegen Sie ihn mit den Pfeiltasten.

Solche Bilder zeigen wir, weil sie die Frage beantworten, die im Wartezimmer wirklich gestellt wird: Sieht man das denn überhaupt? Hier lautet die Antwort im gewöhnlichen Bild Nein – und erst die zweite Auswertung derselben Daten macht den Bruch sichtbar.

Wie die Spektralbildgebung das macht

Welches Verfahren zeigt was?

Nicht jedes Gerät sieht jede Struktur. Diese Übersicht sagt, warum wir für Ihre Frage genau ein bestimmtes Verfahren vorschlagen – und wo es an seine Grenze kommt.

Welches Verfahren zeigt was? – für jede Struktur, wie gut Röntgen, CT, Spektral-CT und MRT sie darstellen.
StrukturRöntgenCTCT spektralMRT
Knochenbruch mit sichtbarem SpaltDer klassische Bruch ist eine Domäne von Röntgen und CT.zeigt es gutzeigt es gutzeigt es gutzeigt es eingeschränkt
Bruch ohne sichtbaren Spalt (Knochenmarködem)Das gewöhnliche CT-Bild zeigt kein Knochenmarködem. Erst die Kalzium-Subtraktion aus dem Spektraldatensatz macht es sichtbar – bei okkulten Kahnbeinfrakturen mit einer Sensitivität von 93 % gegenüber der MRT.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gutzeigt es gut
Bänder und SehnenBänder am Sprunggelenk und die Strecksehnen der Finger beurteilen wir in der MRT.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gut
Gelenkstellung und AchseFür Fehlstellungen nach einem Bruch zählt die Aufnahme unter Belastung.zeigt es gutzeigt es gutzeigt es gutzeigt es eingeschränkt
Gichtkristalle (Harnsäure)Harnsäure hat im Spektraldatensatz eine eigene Signatur – Gichtablagerungen lassen sich damit farbig darstellen, ohne das Gelenk zu punktieren.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gutzeigt es eingeschränkt
Fremdkörper (Holz, Glas, Metall)Holz und Glas bleiben im Röntgenbild oft unsichtbar – die CT findet sie zuverlässig.zeigt es eingeschränktzeigt es gutzeigt es gutzeigt es eingeschränkt

CT spektral ist kein zweites Gerät und kein zweiter Termin: Unser CT misst in der Spektralbetriebsart jede Schicht mit zwei Röntgenenergien, aus demselben Datensatz lassen sich Materialien getrennt darstellen. Wie das funktioniert

  • zeigt es gut
  • zeigt es eingeschränkt
  • zeigt es nicht

Was das Bild nicht beantwortet

Was ein unauffälliges Röntgenbild wert ist

Es schließt einen Bruch nicht aus. Bei klinischem Verdacht auf einen Kahnbeinbruch zeigte sich in einer Übersichtsarbeit rund jede fünfte Fraktur (21,8 %) erst in der weiterführenden Bildgebung – im ersten Röntgenbild war sie nicht zu sehen. Deshalb gilt hier der umgekehrte Schluss: Bleibt der Druckschmerz, bleibt die Frage offen, egal wie unauffällig das erste Bild aussah.

Quelle: Bäcker HC, Wu CH, Strauch RJ, Systematic Review of Diagnosis of Clinically Suspected Scaphoid Fractures, J Wrist Surg 2020;9(1):81–89 (öffnet in neuem Tab)

Was wir zusätzlich können

Kalzium-Subtraktion – zwei Antworten aus einer Untersuchung

Die Spektralbildgebung ist keine zusätzliche Untersuchung, sondern eine zweite Auswertung derselben Daten. Für Sie heißt das: kein weiterer Termin, keine zusätzliche Strahlendosis – und bei unklaren Brüchen eine Antwort, für die sonst ein MRT nötig gewesen wäre.

So läuft Ihre Untersuchung ab

  1. 1

    Was Sie mitbringen

    Die auswärtigen Röntgenaufnahmen, wenn vorhanden – der Vergleich spart oft eine Wiederholung. Sonst brauchen Sie nichts vorzubereiten.

  2. 2

    Die Untersuchung

    Eine CT der Hand oder des Ellenbogens dauert nur Sekunden; die meiste Zeit geht für die Lagerung drauf. Beim MRT liegt die betroffene Extremität in einer eigenen Spule, rund 20 Minuten.

  3. 3

    Befund noch am selben Tag

    Gerade bei Frakturfragen ist Tempo entscheidend: Wir befunden zeitnah und melden uns bei dringenden Befunden direkt bei der überweisenden Praxis.

Vor Ihrem MRT-Termin

Das werden wir am häufigsten gefragt

Ich habe ein Implantat – darf ich trotzdem ins MRT?

Oft ja, aber wir müssen es vorher wissen. Sagen Sie uns bei der Terminvergabe Bescheid, wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen Defibrillator, ein Cochlea-Implantat, künstliche Herzklappen oder metallische Splitter tragen. Vieles davon ist heute MRT-tauglich – geklärt wird es vor dem Termin, nicht am Gerät.

Was muss ich vor der Untersuchung ablegen?

Schmuck, Uhren, Hörgeräte sowie EC- und Kreditkarten bleiben draußen – das Magnetfeld löscht Karten und zieht Metall an. Am bequemsten kommen Sie in Kleidung ohne Metallverschlüsse, Knöpfe oder Reißverschlüsse im untersuchten Bereich; dann müssen Sie sich meist gar nicht umziehen.

Ich habe Angst in engen Räumen. Was tun?

Sagen Sie es uns bei der Terminvergabe und nicht erst im Untersuchungsraum. Dann haben wir Zeit, gemeinsam die Möglichkeiten durchzugehen – von der Lagerung über die Begleitung bis zu einer medikamentösen Lösung. Am Untersuchungstag ist dieser Spielraum deutlich kleiner.

Häufige Fragen

Mein Röntgenbild war unauffällig – warum soll ich noch eine Untersuchung machen?
Weil ein unauffälliges Röntgenbild einen Bruch nicht ausschließt, besonders an Kahnbein, Radiusköpfchen und Mittelfuß. Bleibt der typische Druckschmerz, ist die Frage offen. Ein übersehener Bruch heilt schlecht aus – deshalb wird bei anhaltendem Verdacht weiter untersucht.
Ist die Spektral-CT eine zusätzliche Strahlenbelastung?
Nein. Es ist dieselbe Untersuchung, nur anders ausgewertet: Das Gerät misst ohnehin mit zwei Energien. Die zusätzliche Aussage entsteht bei der Rekonstruktion, nicht bei der Aufnahme.
Kann ich mit Gips ins MRT oder CT?
Ja, Gips und Kunststoffschienen stören weder MRT noch CT. Metallschienen sagen Sie uns bitte vorher an, dann klären wir das kurz ab.
Wie schnell bekomme ich nach einem Unfall einen Termin?
Frakturfragen behandeln wir vorrangig. Lassen Sie uns oder Ihre überweisende Praxis wissen, dass es um einen frischen Unfall geht – dann finden wir kurzfristig einen Platz.

Termin für eine Untersuchung – Hand, Ellenbogen und Fuß

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