Bewegungsapparat · Wirbelsäule

Rücken und Wirbelsäule

Erst verstehen, dann bildgeben.

Kreuzschmerz ist die häufigste Zuweisung, die uns erreicht – und diejenige, bei der ein Bild am seltensten die Antwort ist. Diese Seite sagt Ihnen, wann eine Untersuchung weiterhilft, was sie zeigt und was sich daraus behandeln lässt.

Eine Patientin liegt auf dem Tisch unseres MRT, eine MTRA und ein Arzt stehen neben ihr und sprechen mit ihr.
Die meisten Fragen an der Wirbelsäule beantwortet die MRT – ohne Strahlung, dafür mit Zeit: Sie liegen ruhig auf dem Rücken, wir bleiben in Kontakt mit Ihnen.

Der Anlass

Womit Sie kommen

Der Rücken schmerzt seit Wochen, der Schmerz zieht ins Bein, ein Fuß fühlt sich taub an, oder das Stehen und Gehen wird kürzer, weil die Beine schwer werden. Manche kommen mit einem Bandscheibenbefund aus einer früheren Aufnahme und der Frage, ob er noch stimmt.

  • Kreuzschmerz, der nach Wochen nicht besser wird
  • Schmerz, der ins Bein zieht (Ischias)
  • Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Bein oder Fuß
  • Kürzer werdende Gehstrecke, Erleichterung beim Vorbeugen
  • Kontrolle eines bekannten Bandscheibenvorfalls bei neuen Beschwerden

Der Weg

Was bei uns passiert – und in welcher Reihenfolge.

  1. Zuerst: Braucht es überhaupt ein Bild?

    Bei akutem Kreuzschmerz ohne Warnhinweise ist eine bildgebende Untersuchung nicht indiziert – so steht es in der Nationalen VersorgungsLeitlinie. Halten die Beschwerden nach vier bis sechs Wochen trotz Behandlung an oder nehmen sie zu, wird die Indikation neu geprüft. Warnzeichen wie Lähmungen, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder ein Unfall ändern das sofort.

  2. MRT als Verfahren der Wahl

    Wenn ein Bild nötig ist, ist es meist die MRT: Sie zeigt Bandscheiben, Nervenwurzeln, Spinalkanal und Knochenmark – ohne Röntgenstrahlung. Eine Untersuchung der Lendenwirbelsäule dauert bei uns meist fünf bis zehn Minuten.

  3. Röntgen und CT, wo sie überlegen sind

    Das Röntgen im Stehen zeigt die Statik unter Last – Verschiebungen von Wirbeln und Krümmungen, die im Liegen verschwinden. Die CT stellt Knochen und Verkalkungen am schärfsten dar und ist bei Fragen zu Frakturen und knöchernen Engstellen die richtige Wahl.

  4. Vom Befund zur Behandlung

    Passt der Bildbefund zur Beschwerde und reicht die konservative Behandlung nicht, können wir gezielt an die betroffene Nervenwurzel heran – CT-gesteuert, mit Millimeter-Kontrolle.

Was wir sehen

Ein Fall aus unserer Praxis: frisch oder alt?

Eine eingesunkene Deckplatte kann Jahre nach dem Bruch noch fast so aussehen wie am Unfalltag. Das gewöhnliche Bild liefert Anhaltspunkte – eine feine Frakturlinie, der Zustand der Deckplatte –, sicher zu datieren ist die Verletzung damit aber oft nicht, erst recht nicht ohne Voraufnahme. Rechts dieselbe Untersuchung mit herausgerechnetem Kalzium: Das grün kodierte Knochenmarködem spricht für eine frische Verletzung. Ziehen Sie den Regler.

Dieselbe Schicht als spektrale Rekonstruktion mit herausgerechnetem Kalzium: An der eingesunkenen Deckplatte leuchtet ein kräftiges grünes Ödemsignal im Knochenmark.
Sagittale CT-Rekonstruktion der Lendenwirbelsäule im Knochenfenster: Die Deckplatte eines Wirbelkörpers ist eingesunken; wie alt die Verletzung ist, lässt sich daran nicht sicher ablesen.
KonventionellSpektral
Lendenwirbelsäule, sagittale Rekonstruktion aus derselben Untersuchung. Links das konventionelle Knochenfenster, rechts die kalzium-subtrahierte Spektralrekonstruktion; grün steht für ein hohes Ödemsignal im Knochenmark. Eigener Fall aus unserer Praxis. Ziehen Sie den Regler – oder bewegen Sie ihn mit den Pfeiltasten.

Für Sie hängt daran die eigentliche Entscheidung: Eine frische Fraktur wird behandelt und geschont, eine ausgeheilte nicht. Bleibt die Frage im gewöhnlichen Bild offen, wäre die MRT der nächste Schritt – ein zweiter Termin, den die Spektralauswertung derselben CT-Daten häufig erspart.

Wie die Spektralbildgebung das macht

Welches Verfahren zeigt was?

Nicht jedes Gerät sieht jede Struktur. Diese Übersicht sagt, warum wir für Ihre Frage genau ein bestimmtes Verfahren vorschlagen – und wo es an seine Grenze kommt.

Welches Verfahren zeigt was? – für jede Struktur, wie gut Röntgen, CT, Spektral-CT und MRT sie darstellen.
StrukturRöntgenCTCT spektralMRT
BandscheibenNur die MRT zeigt, ob eine Bandscheibe vorgewölbt ist und ob sie eine Nervenwurzel berührt.zeigt es nichtzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut
Nervenwurzeln und SpinalkanalDie entscheidende Frage bei Ischias-Beschwerden – und der Grund für die MRT.zeigt es nichtzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut
Knochen und FrakturenFür die knöcherne Feinstruktur ist die CT unübertroffen; frische Brüche verrät die MRT über das Knochenmarködem.zeigt es gutzeigt es gutzeigt es gutzeigt es eingeschränkt
Frische oder alte Wirbelkörperfraktur?Röntgen und CT zeigen die eingesunkene Deckplatte. Ob sie von gestern oder von vor zehn Jahren ist, lässt sich daran oft nur vermuten – Hinweise wie eine sichtbare Frakturlinie helfen, ohne Voraufnahme bleibt die Frage aber häufig offen. Das Knochenmarködem beantwortet sie.zeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gutzeigt es gut
Statik unter BelastungMRT und CT werden im Liegen aufgenommen. Was erst im Stehen auffällt, sieht nur das Röntgen.zeigt es gutzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nicht
MuskulaturVerfettung und Abbau der Rückenmuskulatur sind in der MRT gut zu beurteilen.zeigt es nichtzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut

CT spektral ist kein zweites Gerät und kein zweiter Termin: Unser CT misst in der Spektralbetriebsart jede Schicht mit zwei Röntgenenergien, aus demselben Datensatz lassen sich Materialien getrennt darstellen. Wie das funktioniert

  • zeigt es gut
  • zeigt es eingeschränkt
  • zeigt es nicht

Was das Bild nicht beantwortet

Was ein Bild vom Rücken nicht sagt

Ein Befund auf dem Bild ist nicht automatisch die Ursache Ihrer Schmerzen. In einer Auswertung von Untersuchungen an beschwerdefreien Menschen zeigten 30 % der 20-Jährigen und 84 % der 80-Jährigen eine Bandscheibenvorwölbung – ohne jede Beschwerde. Deshalb befunden wir nicht das Bild allein, sondern lesen es gegen Ihre Beschwerden: Passt das eine nicht zum anderen, ist der auffälligere Befund nicht immer der wichtige.

Quelle: Brinjikji W et al., Systematic Literature Review of Imaging Features of Spinal Degeneration in Asymptomatic Populations, AJNR Am J Neuroradiol 2015;36(4):811–816 (öffnet in neuem Tab)

Was wir zusätzlich können

CT-gesteuerte Schmerztherapie (PRT) – unser Alleinstellungsmerkmal

Wenn eine gereizte Nervenwurzel die Beschwerden erklärt, bringen wir das Medikament unter CT-Kontrolle direkt dorthin, statt es über den ganzen Körper zu verteilen. Die Nadelposition wird im Schnittbild kontrolliert, bevor etwas gespritzt wird. Zwei unserer Ärzte tragen dafür die DeGIR-Qualifikation für interventionelle Schmerztherapie. Der Eingriff dauert wenige Minuten, Sie gehen danach nach Hause.

So läuft Ihre Untersuchung ab

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    Anmeldung und Vorbefunde

    Bringen Sie Voraufnahmen mit, auch von anderswo. Beim MRT klären wir vorab Metall im Körper – Herzschrittmacher, Neurostimulator, Gelenkersatz, Splitter.

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    Die Untersuchung

    MRT der Lendenwirbelsäule: meist fünf bis zehn Minuten in Rückenlage, mit Kopfhörer gegen den Lärm. Sie dürfen jederzeit über den Handschalter Kontakt aufnehmen. Ein Kontrastmittel ist nur nötig, wenn es um eine Voroperation oder eine Entzündung geht.

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    Befund und nächster Schritt

    Häufig ordnen wir den Befund direkt im Anschluss mit Ihnen ein. Der schriftliche Befund geht an Ihre überweisende Praxis; das weitere Vorgehen stimmen wir mit ihr ab.

Vor Ihrem MRT-Termin

Das werden wir am häufigsten gefragt

Ich habe ein Implantat – darf ich trotzdem ins MRT?

Oft ja, aber wir müssen es vorher wissen. Sagen Sie uns bei der Terminvergabe Bescheid, wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen Defibrillator, ein Cochlea-Implantat, künstliche Herzklappen oder metallische Splitter tragen. Vieles davon ist heute MRT-tauglich – geklärt wird es vor dem Termin, nicht am Gerät.

Was muss ich vor der Untersuchung ablegen?

Schmuck, Uhren, Hörgeräte sowie EC- und Kreditkarten bleiben draußen – das Magnetfeld löscht Karten und zieht Metall an. Am bequemsten kommen Sie in Kleidung ohne Metallverschlüsse, Knöpfe oder Reißverschlüsse im untersuchten Bereich; dann müssen Sie sich meist gar nicht umziehen.

Ich habe Angst in engen Räumen. Was tun?

Sagen Sie es uns bei der Terminvergabe und nicht erst im Untersuchungsraum. Dann haben wir Zeit, gemeinsam die Möglichkeiten durchzugehen – von der Lagerung über die Begleitung bis zu einer medikamentösen Lösung. Am Untersuchungstag ist dieser Spielraum deutlich kleiner.

Häufige Fragen

Ich habe seit einer Woche starke Rückenschmerzen – brauche ich sofort ein MRT?
In aller Regel nicht. Ohne Warnzeichen wie Lähmung, Fieber, Gewichtsverlust oder Unfall empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie ausdrücklich, in den ersten Wochen keine Bildgebung zu machen: Die allermeisten akuten Kreuzschmerzen bessern sich von selbst, und ein Zufallsbefund kann mehr verwirren als helfen. Bleiben die Beschwerden nach vier bis sechs Wochen bestehen oder nehmen sie zu, ist der Zeitpunkt gekommen.
Muss ich beim MRT der Wirbelsäule ganz in die Röhre?
Für die Lendenwirbelsäule liegen Sie mit dem Oberkörper im Gerät, der Kopf bleibt meist außerhalb – für viele ist das deutlich angenehmer als erwartet. Wenn Sie Sorge vor der Enge haben, sagen Sie es uns vorher; wir nehmen uns Zeit dafür.
Was ist eine PRT und tut sie weh?
Bei der periradikulären Therapie wird ein entzündungshemmendes Medikament unter CT-Kontrolle direkt an die gereizte Nervenwurzel gebracht. Der Einstich ist mit einer Blutentnahme vergleichbar; die Hautstelle wird vorher betäubt. Danach bleiben Sie kurz bei uns und fahren nicht selbst nach Hause.
Mein Befund nennt einen Bandscheibenvorfall. Muss ich operiert werden?
Meistens nicht. Die große Mehrheit der Bandscheibenvorfälle wird ohne Operation besser, oft schrumpft der Vorfall von selbst. Eine Operation wird vor allem bei anhaltenden Lähmungen oder Blasenstörungen erwogen – das entscheidet die behandelnde Praxis mit Ihnen, nicht das Bild allein.

Termin für eine Untersuchung – Wirbelsäule und Rücken

Online buchen, per Rückruf-Anfrage oder telefonisch – Sie wählen den Weg.