Gehirn und Nerven · Gefäße

Neurovaskuläre Bildgebung

Die Gefäße, die das Gehirn versorgen – ohne Katheter.

Von der Halsschlagader bis zu den Gefäßen an der Hirnbasis: MR-Angiographie und CT-Angiographie stellen den Gefäßverlauf dar, ohne dass ein Katheter eingeführt werden muss. Die Schwerpunkt­verantwortlichkeit für die Neuroradiologie liegt bei Dr. Frank Wendel-Maaß.

MRT-Untersuchungsraum unserer Praxis – hier entstehen die Gefäßaufnahmen von Hals und Kopf.
Gefäßdarstellung im MRT – ohne Röntgenstrahlung und ohne Katheter.

Drei Wege zum Gefäßbild

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt an der Frage – und daran, welches Gefäßgebiet gemeint ist.

Häufige Fragestellungen

Wozu die Gefäße von Hals und Kopf abgebildet werden

Beispielhafte klinische Situationen, die zu einer neurovaskulären Untersuchung führen:

  • Verengung der HalsschlagaderWie stark ist die Enge, wo genau liegt sie, wie verhält sie sich im Verlauf – und wie sieht das Gefäß vor einem geplanten Eingriff aus?
  • AneurysmaSuche bei familiärer Belastung, Beurteilung eines bekannten Aneurysmas im Verlauf, Kontrolle nach Versorgung.
  • Einriss der Gefäßwand (Dissektion)Nach einem Unfall, bei Nacken- oder Kopfschmerz mit neurologischem Symptom, und beim Schlaganfall jüngerer Menschen – dort ist die Dissektion eine der wichtigen Ursachen.
  • Thrombose der HirnvenenKopfschmerz mit untypischem Muster, Sehstörung, Krampfanfall: Dafür stellen wir die venösen Abflusswege gesondert dar.
  • Engstellen der HirnbasisgefäßeBei wiederholten kurzzeitigen neurologischen Ausfällen – die TOF-Angiographie zeigt den Fluss bis in die Gefäßäste hinein.
  • Gefäßentzündung und GefäßkrampfBeurteilung der Gefäßweite über mehrere Abschnitte und im Verlauf, in Abstimmung mit der behandelnden Praxis.

Grenzen

Was diese Verfahren nicht zeigen

Beide Angiographie-Techniken haben Grenzen, und die gehören zum Befund. Wir benennen sie hier, weil ein unauffälliges Bild sonst mehr zu bedeuten scheint, als es bedeutet.

  • Die Katheterangiographie bleibt der MaßstabFür die feinsten Gefäßäste und für jeden Eingriff am Gefäß ist die digitale Subtraktionsangiographie (DSA) das genauere Verfahren. Sie findet nicht bei uns statt – wir arbeiten ohne Katheter und führen keine Eingriffe am Gefäß durch.
  • Sehr kleine Aneurysmen können entgehenUnterhalb einer bestimmten Größe wird die Darstellung unsicher. Ein unauffälliger Befund schließt ein kleines Aneurysma daher nicht mit Sicherheit aus.
  • Metall im Gefäß löscht die UmgebungClips, Coils und Stents überstrahlen im MRT ihre Nachbarschaft. Für die Beurteilung direkt am Implantat ist deshalb oft die CT-Angiographie die bessere Wahl.
  • Starke Verkalkung überstrahlt in der CTWo die Gefäßwand dicht verkalkt ist, wird das verbleibende Lumen in der CT-Angiographie schwer abzugrenzen. Hier spielt das MRT seinen Vorteil aus.
  • Fluss ist nicht WandDie TOF-Technik zeigt strömendes Blut, nicht die Gefäßwand selbst. Eine Wandverdickung oder eine Einblutung in die Wand braucht andere Sequenzen – wir planen sie dazu, wenn die Frage das verlangt.

So läuft die Untersuchung

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    Fragestellung klären

    Was soll das Bild beantworten – ein Stenosegrad, ein Aneurysma im Verlauf, eine Dissektion? Die Frage entscheidet über Verfahren und Sequenzen, deshalb klären wir sie vor dem Termin mit Ihrer behandelnden Praxis.

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    Aufklärung und Vorbereitung

    Wir sprechen über Kontrastmittel, Nierenfunktion und Vorerkrankungen. Für die TOF-Angiographie der Hirnbasisgefäße wird kein Kontrastmittel gebraucht.

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    Die Untersuchung

    Sie liegen ruhig, der Kopf wird weich gelagert. Die Gefäßaufnahme selbst dauert wenige Minuten; entscheidend ist, dass Sie während dieser Minuten still liegen – Bewegung verwischt gerade die feinen Gefäße.

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    Auswertung in drei Ebenen

    Wir rekonstruieren die Gefäße nachträglich in jeder gewünschten Ebene und entlang ihres Verlaufs. Der Befund geht strukturiert an Ihre neurologische, hausärztliche oder gefäßchirurgische Praxis.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Gefäßdarstellung Kontrastmittel?
Für die Gefäße an der Hirnbasis nicht – die TOF-Angiographie nutzt das strömende Blut selbst als Signalquelle. Für die Halsgefäße über ihre ganze Länge geben wir in der Regel Kontrastmittel. Was für Ihre Frage nötig ist, klären wir vor dem Termin und sprechen es mit Ihnen durch.
Ist die MR-Angiographie strahlenbelastend?
Nein. Das MRT arbeitet mit einem Magnetfeld und Radiowellen, ohne Röntgenstrahlung. Die CT-Angiographie verwendet Röntgenstrahlung; wir setzen sie dann ein, wenn sie die Frage besser beantwortet – etwa bei Verkalkungen oder in der akuten Situation.
Ersetzt das den Ultraschall der Halsschlagader?
Nein, die Verfahren beantworten verschiedene Fragen. Der Ultraschall (Duplex) zeigt den Fluss in Echtzeit und ist die übliche erste Untersuchung. Die Angiographie zeigt den Gefäßverlauf über die ganze Strecke, auch dort, wo der Ultraschall nicht hinkommt – etwa hinter dem Kieferwinkel oder innerhalb des Schädels.
Wie lange dauert der Termin?
Die Gefäßaufnahme selbst dauert wenige Minuten. Für den gesamten Termin einschließlich Aufklärung, Lagerung und der übrigen Sequenzen planen Sie bitte etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde ein.
Brauche ich eine Überweisung?
Gesetzlich Versicherte benötigen eine Überweisung. Privat Versicherte und Selbstzahler können sich direkt an uns wenden – auch dann braucht die Untersuchung einen medizinischen Grund, den wir vorher mit Ihnen klären. Die rechtfertigende Indikation für eine CT-Angiographie stellen wir ärztlich, unabhängig vom Versicherungsstatus.
Ich habe Metall im Körper – ist das MRT möglich?
Das hängt vom Implantat ab. Gefäßclips, Coils, Stents, Herzschrittmacher und Cochlea-Implantate müssen wir vorher einzeln beurteilen; bringen Sie den Implantatpass mit. Wenn das MRT nicht in Frage kommt, ist die CT-Angiographie in vielen Fällen der Weg.

Schwerpunkt im ärztlichen Team

Dr. med. Frank Wendel-Maaß – Facharzt für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie

Schwerpunkt Neuroradiologie

Die neurovaskuläre Bildgebung befundet ein Facharzt mit der Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie.

Dr. med. Frank Wendel-Maaß

Facharzt für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie

  • Neuroradiologie
  • HNO-Bildgebung
  • Muskuloskelettale und abdominelle Bildgebung
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