Bewegungsapparat · Hüfte

Hüfte

Sehen, was in der Leiste wehtut.

Die Hüfte trägt bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts. Was dort schmerzt, kommt meist aus Strukturen, die kein Röntgenbild zeigt: Knorpel, Gelenklippe, Sehnen. Dafür ist die MRT das Verfahren – bei Fragen an die Gelenklippe auch mit Kontrastmittel direkt im Gelenk.

Unser Team am MRT: Vorbereitung der Untersuchung am Bedienpult und am Gerät.
Für die Hüfte liegen Sie auf dem Rücken, die Beine leicht nach innen gedreht – so stellt sich der Schenkelhals am besten dar.

Der Anlass

Womit Sie kommen

Der Schmerz sitzt in der Leiste und zieht zum Knie, das Anziehen von Schuhen und Socken fällt schwer, oder Sie hinken nach längerem Gehen. Bei älteren Patientinnen und Patienten steht oft eine andere Frage im Raum: Nach einem Sturz tut die Hüfte weh, das Röntgenbild ist unauffällig – und trotzdem geht das Auftreten nicht. Und manchmal liegt die Ursache gar nicht im Gelenk: Eine gereizte Nervenwurzel der oberen Lendenwirbelsäule kann Schmerzen erzeugen, die genau in der Leiste ankommen.

  • Leistenschmerz, der beim Gehen zunimmt und ins Knie ausstrahlt
  • Steifigkeit nach dem Aufstehen, die sich nach einigen Schritten bessert
  • Schmerz an der Außenseite über dem Knochenvorsprung, auch beim Liegen
  • Nach einem Sturz: Hüftschmerz trotz unauffälligem Röntgenbild
  • Kontrolle nach einem künstlichen Gelenk
  • Leistenschmerz, bei dem die Hüfte selbst unauffällig ist

Der Weg

Was bei uns passiert – und in welcher Reihenfolge.

  1. 1 Röntgen im Stehen

    Die Abklärung beginnt meist mit einer Aufnahme unter Belastung: Sie zeigt den Gelenkspalt so, wie er beim Gehen zusammengedrückt wird, und die Stellung des Beckens. Beides sagt keine Schnittbildtechnik, weil dort liegend aufgenommen wird.

  2. 2 MRT für Knorpel, Gelenklippe und Sehnen

    Der Hauptteil der Fragen an der Hüfte ist ein MRT-Thema: Knorpel, Gelenklippe am Pfannenrand, Sehnen am Knochenvorsprung, Schleimbeutel darüber – alles ohne Röntgenstrahlung.

  3. 3 Bei Fragen an die Gelenklippe: direkte Arthrographie

    Kontrastmittel unter Durchleuchtung direkt ins Gelenk hebt einen Riss der Gelenklippe deutlich hervor, der nativ leicht übersehen wird. Wir setzen die Nadel unter Sicht. Ist eine MRT nicht möglich, beantworten wir dieselbe Frage über die CT-Arthrographie.

  4. 4 Wenn der Bruch nicht zu sehen ist

    Nach einem Sturz mit unauffälligem Röntgenbild bleibt manchmal die Frage offen, ob der Schenkelhals etwas abbekommen hat. Sichtbar wird das über das Knochenmarködem – in der MRT und, wenn ohnehin eine CT läuft, aus deren spektraler Rekonstruktion.

  5. 5 Wenn die Hüfte unauffällig bleibt

    Bleibt das Gelenk ohne erklärenden Befund, lohnt der Blick auf die Lendenwirbelsäule. Die Nervenwurzeln L2 bis L4 versorgen Leiste und Oberschenkelvorderseite; werden sie gereizt, kommt der Schmerz dort an, wo man das Hüftgelenk vermutet. Solche Fälle werden regelmäßig zunächst als Hüftarthrose eingeordnet. Die Frage beantwortet eine MRT der Lendenwirbelsäule.

  6. 6 Befund im Zusammenhang

    Wir befunden gegen Ihre Beschwerden und die Frage Ihrer behandelnden Praxis, nicht gegen eine Checkliste. Der Befund geht zeitnah dorthin zurück.

Welches Verfahren zeigt was?

Nicht jedes Gerät sieht jede Struktur. Diese Übersicht sagt, warum wir für Ihre Frage genau ein bestimmtes Verfahren vorschlagen – und wo es an seine Grenze kommt.

Welches Verfahren zeigt was? – für jede Struktur, wie gut Röntgen, CT, Spektral-CT und MRT sie darstellen.
StrukturRöntgenCTCT spektralMRT
Knorpel und Gelenkspalt unter LastNur die Aufnahme im Stehen zeigt, wie schmal der Gelenkspalt unter dem Körpergewicht wirklich wird. Schnittbilder entstehen im Liegen.zeigt es gutzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nicht
Knorpelschaden im Gelenk selbstDas Röntgen zeigt den Knorpel nur indirekt über die Spaltbreite; die MRT zeigt ihn selbst.zeigt es nichtzeigt es eingeschränktzeigt es eingeschränktzeigt es gut
Gelenklippe am Pfannenrand (Labrum)Nativ eingeschränkt beurteilbar. Mit Kontrastmittel im Gelenk wird die Gelenklippe deutlich besser sichtbar.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es eingeschränkt
Schenkelhalsbruch mit sichtbarem SpaltFür den Verlauf der Bruchlinie und die Planung ist die CT das schärfste Verfahren.zeigt es gutzeigt es gutzeigt es gutzeigt es eingeschränkt
Bruch ohne sichtbaren Spalt (Knochenmarködem)Der Klassiker nach einem Sturz im höheren Alter: Das Röntgenbild ist unauffällig, der Bruch trotzdem da. Sichtbar wird er über das Ödem im Knochen.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gutzeigt es gut
Sehnen und Schleimbeutel am KnochenvorsprungHäufige Ursache für Schmerzen an der Außenseite – und im Röntgenbild grundsätzlich unsichtbar.zeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es nichtzeigt es gut

CT spektral ist kein zweites Gerät und kein zweiter Termin: Unser CT misst in der Spektralbetriebsart jede Schicht mit zwei Röntgenenergien, aus demselben Datensatz lassen sich Materialien getrennt darstellen. Wie das funktioniert

  • zeigt es gut
  • zeigt es eingeschränkt
  • zeigt es nicht

Was das Bild nicht beantwortet

Was ein Hüft-MRT nicht beantwortet

Ein Befund an der Gelenklippe ist nicht automatisch die Ursache Ihrer Schmerzen. In einer prospektiven, verblindeten Untersuchung an beschwerdefreien Personen fand sich bei 69 % ein Riss der Gelenklippe; auffällig war überhaupt etwas bei 73 % der untersuchten Hüften. Deshalb lesen wir das Bild gegen Ihre Beschwerden – erst der Zusammenhang aus Untersuchung, Verlauf und Bild ergibt eine Entscheidung.

Quelle: Register B et al., Prevalence of Abnormal Hip Findings in Asymptomatic Participants: A Prospective, Blinded Study, Am J Sports Med 2012;40(12):2720–2724

Spektral-CT am Knochen

Der Bruch, den das Knochenfenster nicht zeigt

Rechnet man das Kalzium aus dem Datensatz heraus, wird ein frisches Knochenmarködem sichtbar – bei okkulten Frakturen, Insuffizienz­frakturen und frischen Wirbel­körper­sinterungen. Ein eigener Fall aus unserer Praxis zeigt den Unterschied Bild für Bild.

Fallbeispiel ansehen
CT des Ellenbogens im Knochenfenster – die Einstauchung des Radiusköpfchens ist kaum abgrenzbar.Knochenfenster
Dieselbe Schicht mit herausgerechnetem Kalzium – das Radiusköpfchen zeigt ein deutliches Knochenmarködem.Ohne Kalzium
Okkulte Radiusköpfchen­fraktur – eigener Fall aus unserer Praxis, beide Bilder aus derselben Untersuchung.

So läuft Ihre Untersuchung ab

  1. 1

    Vor der Untersuchung

    Nüchtern müssen Sie nicht sein. Bringen Sie Voraufnahmen und Operationsberichte mit, falls vorhanden – eine voroperierte Hüfte liest sich anders. Metall im Körper klären wir vorab ab.

  2. 2

    Die Untersuchung

    Sie liegen auf dem Rücken, die Beine leicht nach innen gedreht. Meist fünf bis zehn Minuten, in denen es vor allem auf Stillhalten ankommt. Kopfhörer gegen den Lärm bekommen Sie von uns.

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    Danach

    Sie können sofort gehen und Auto fahren. Der Befund geht an Ihre behandelnde Praxis; dort werden die nächsten Schritte besprochen.

Vor Ihrem MRT-Termin

Das werden wir am häufigsten gefragt

Ich habe ein Implantat – darf ich trotzdem ins MRT?

Oft ja, aber wir müssen es vorher wissen. Sagen Sie uns bei der Terminvergabe Bescheid, wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen Defibrillator, ein Cochlea-Implantat, künstliche Herzklappen oder metallische Splitter tragen. Vieles davon ist heute MRT-tauglich – geklärt wird es vor dem Termin, nicht am Gerät.

Was muss ich vor der Untersuchung ablegen?

Schmuck, Uhren, Hörgeräte sowie EC- und Kreditkarten bleiben draußen – das Magnetfeld löscht Karten und zieht Metall an. Am bequemsten kommen Sie in Kleidung ohne Metallverschlüsse, Knöpfe oder Reißverschlüsse im untersuchten Bereich; dann müssen Sie sich meist gar nicht umziehen.

Ich habe Angst in engen Räumen. Was tun?

Sagen Sie es uns bei der Terminvergabe und nicht erst im Untersuchungsraum. Dann haben wir Zeit, gemeinsam die Möglichkeiten durchzugehen – von der Lagerung über die Begleitung bis zu einer medikamentösen Lösung. Am Untersuchungstag ist dieser Spielraum deutlich kleiner.

Wenn der Schmerz von woanders kommt

Nicht jeder Leistenschmerz kommt aus dem Hüftgelenk. Die Nervenwurzeln L2 bis L4 versorgen Leiste und Oberschenkelvorderseite – sind sie gereizt, entsteht der Schmerz dort, wo man das Gelenk vermutet. Ist die Hüfte unauffällig, führt der nächste Schritt zur Lendenwirbelsäule.

Zur Wirbelsäule und zum LWS-MRT

Direkte Arthrographie

Kontrastmittel direkt ins Gelenk – wenn die Frage genauer sein muss

An der Hüfte ist die Gelenklippe die Struktur, bei der die direkte Arthrographie den größten Unterschied macht: Kontrastmittel im Gelenk drückt die Lippe vom Pfannenrand ab und macht einen Riss sichtbar, der nativ leicht übersehen wird. Wir setzen die Nadel unter Durchleuchtung, sehen also während der Punktion, wo sie liegt.

Das Verfahren ist seltener geworden, seit die MRT ohne Kontrastmittel besser wurde. Wir halten es vor, weil es bei bestimmten Fragen nach wie vor die genauere Antwort gibt – und weil wir dafür eine eigene Durchleuchtungsanlage haben, an der sich die Nadel millimetergenau setzen lässt.

Auch wenn eine MRT nicht möglich ist

Herzschrittmacher, bestimmte Implantate oder ausgeprägte Platzangst schließen eine MRT aus. Dieselbe Fragestellung beantworten wir dann über die CT-Arthrographie: Das Kontrastmittel kommt auf demselben Weg ins Gelenk, gelesen wird anschließend im CT. Sprechen Sie uns darauf an, bevor eine Untersuchung als „nicht durchführbar" endet.

Wann sie den Unterschied macht

  • Verdacht auf einen Riss der Gelenklippe, besonders bei jüngeren Patienten mit Leistenschmerz
  • Unklarer Knorpelschaden bei Impingement
  • Fragen nach einer Voroperation am Gelenk

Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung und dauert wenige Minuten. Ob sie für Ihre Frage sinnvoll ist, stimmen wir vorher mit Ihrer überweisenden Praxis ab. Wir führen sie an Knie, Hüfte, Schulter und Handgelenk durch.

Häufige Fragen

Ich habe ein künstliches Hüftgelenk – geht eine MRT trotzdem?
Das klären wir vorab. Metall stört das Magnetfeld örtlich, moderne Prothesen sind aber in aller Regel MR-tauglich. Sagen Sie uns Hersteller und Modell, dann prüfen wir es vor dem Termin. Häufig ist bei einliegender Prothese ohnehin die CT das passendere Verfahren.
Warum zuerst ein Röntgenbild und nicht gleich die MRT?
Weil das Röntgen im Stehen etwas zeigt, was keine Schnittbildtechnik liefert: den Gelenkspalt unter dem Körpergewicht und die Beinachse. Erst danach ist klar, welche Frage die MRT überhaupt beantworten soll.
Das Röntgenbild nach meinem Sturz war unauffällig – bin ich damit sicher?
Nicht in jedem Fall. Ein Bruch am Schenkelhals kann so fein sein, dass er im Röntgenbild nicht zu erkennen ist, während der Knochen darunter bereits reagiert. Bleiben Schmerz und Belastungsunfähigkeit, lohnt der zweite Blick – über das Knochenmarködem in der MRT oder der spektralen Rekonstruktion.
Meine Hüfte wurde untersucht und war in Ordnung – woher kommt der Schmerz dann?
Nicht jeder Leistenschmerz kommt aus dem Hüftgelenk. Die Nervenwurzeln L2 bis L4 der Lendenwirbelsäule versorgen Leiste und Oberschenkelvorderseite; sind sie gereizt, entsteht der Schmerz dort, wo man das Gelenk vermutet. Solche Fälle werden häufig zuerst als Hüftarthrose eingeordnet. Ist das Gelenk unauffällig, ist eine MRT der Lendenwirbelsäule der nächste sinnvolle Schritt – besprechen Sie das mit Ihrer überweisenden Praxis.
Brauche ich Kontrastmittel?
Für die meisten Fragen nicht. Geht es gezielt um die Gelenklippe, kann Kontrastmittel direkt ins Gelenk die Beurteilung deutlich verbessern. Das besprechen wir vorher mit Ihnen und der zuweisenden Praxis.

Termin für eine Untersuchung – Hüfte

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